Die Geschichte hinter dieser Geschichte

„Der Schmetterlingseffekt: Das bedeutet, dass eine kleine anfängliche Störung in einem System durch einen Verstärkungsprozess kurz- oder mittelfristig einen enorm großen Effekt erzeugen kann. (1)

Am 10. August 2020 postete ich einen Kommentar auf meiner Facebookseite, in dem es um eine nationale Regierungsmaßnahme mit dem Titel „Subventionen für alle“ ging.

Wie so oft ließen die Reaktionen anderer Nutzer nicht lange auf sich warten. Unter ihnen ein sehr guter Freund namens Gustavo P., der den Link zu einem Artikel in der La Revista Norte postete. Der Titel: Verzweifelte Aussage des Häuptlings der Wichí: „Unsere Pandemie ist Hunger und Unterernährung.“ Es waren die Worte des Häuptlings Modesto Rojas.

Ich war so überrascht, dass ich nach Informationen über Modesto Rojas suchte. Ich wollte sicher sein, dass die Aussage authentisch ist und von einem wirklichen Vertreter der Wichí-Gemeinschaften kommt. Ich fand nicht nur Informationen, sondern unter einem Artikel in einer uruguayischen Zeitung sogar Modesto Rojas’ Handynummer.

Ich zögerte keinen Moment und schickte ihm eine Sprachnachricht, in der ich mich vorstellte, meine Solidarität zum Ausdruck brachte und ihn bat, mir mehr Informationen über ihn und die aktuelle Situation seines Volkes zu geben. Nach ein paar Minuten dankte mir seine Stimme auf meiner WhatsApp für mein Interesse und gab mir konkrete Informationen. Am selben Nachmittag führte der Austausch von Audio-Botschaften zu einem Telefonat. Ich denke, das anfängliche Einfühlungsvermögen war gegenseitig, und nachdem wir fast eine Stunde geredet hatten, sagte ich ihm, dass ich gerne helfen möchte.

Meine erste Aktion war, ihm eine kleine finanzielle Hilfe zu schicken, die es ihm erlauben würde, sehr elementare Probleme einiger der schwächsten Mitglieder seiner Gemeinschaft zu lindern. Natürlich war mir bewusst, dass das an sich keine Lösung war, aber ich hoffte, die Aktion würde Modesto Rojas zeigen, dass seine Bitte um Hilfe auch in Tausende Kilometer entfernten Orten (in diesem Fall in Emsdetten) gehört und ernst genommen wird.

Unsere Gespräche gingen weiter und mein Interesse an den Wichí nahm zu. Und ich machte mir Gedanken, wie ich dieser Gemeinschaft helfen könnte. Modesto Rojas und ich besprachen die ersten Ideen und den Plan, sie auf dieser neuen Seite zu formen und zu fördern, um Menschen in der ganzen Welt zu erreichen und einer Gemeinschaft zu helfen, die – nicht nur in Zeiten der Pandemie – schnell vergessen wird.
Vielen Dank.
Pablo
August 2020

In Deutschland: Pablo und Kathrin – In Argentinien: Modesto Rojas

Diese schöne Nachricht schickte mir Häuptling Modesto Rojas kurz nach unseren ersten Gesprächen. Er bat mich, sein Dankeschön für dieses Projekt öffentlich zu machen: